Villa Carl Meyer 2011
Ende des 19. Jahrhunderts errichteten betuchte Leipziger eine Vielzahl großzügiger Villen im Süden der Stadt. So entstanden u.a. die Villenkolonie Raschwitz und das Villenviertel Großdeuben zum dem auch die Villa Carl Emil Meyer gehört. Sie wurde 1889 im Auftrag des Vorsitzenden des "Erbländischen Ritterlichen Creditvereins" in Leipzig, Dr. Arthur Becker im Stil des Historismus erbaut.
Villa Carl Meyer
Die Villa Carl Emil Meyer befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Rittergut Gaschwitz, einem weitläufigen Areal im Waldgebiet Harth am Fluss Pleiße gelegen. Der Rittergutsbesitzer und Leipziger Domprobst Dr. Georg Friederici veräußerte einen Teil dieses Grundstücks an Becker. Dieser legte rund um das Haus einen großzügigen Park an.
Grundbuch Dr. Arthur Becker
Bis das Anwesen 1895 in den Besitz des Leipziger Verlegers Carl Emil Meyer wechselte, gehörte es zwischenzeitlich Erich Moritz Louis Albrecht Corsica, einem Kaufmann der ebenfalls aus Leipzig stammte. Erst danach gelangte die großzügige Villa in den Besitz der Verlegerfamilie Meyer, die letztlich dem Haus ihren Namen verlieh.
Schnitzereien Treppenhaus
Der Begründer des "Bibliographischen Instituts" und der Verlegerdynastie Meyer, Carl Joseph, war der Großvater von Carl Emil. Er schuf die Tradition des berühmten "Meyers Großes Konversations Lexikon". Der Vater von Carl Emil, Herrman Julius, führte diese fort und fügte dem Programm etliche Klassiker, darunter "Brehms Thierleben", hinzu. Carl Emil Meyer selbst gründete "Carl Meyers Graphischen Betrieb", der eng mit dem Stammhaus verbunden war.
Ausschnitt Zeichnungen Architekt
Die "Villa Carl Emil Meyer" blieb bis zum Tod Carl Emil Meyers im Jahr 1908 in Besitz der Familie. Danach erwarb sie der Fabrikbesitzer Hans Richard Berger, dessen Erben sie 1938 an die "Gemeinnützige Eisenbahnergenossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Gaschwitz" verkauften. Von dieser wurde das Haus 1939 umgebaut.
Schild erbaut 1889
Im Jahr 1994 kaufte es ein Leipziger Unternehmer vom Rechtsnachfolger der Eisenbahngesellschaft und veräußerte Teile des Parks. Das verbliebene Grundstück nebst Gebäude wurde an eine Unternehmerin verkauft, die 2002 wesentliche Teile des Gebäudes aufwändig sanierte. Seit 2010 ist in der Villa Carl Emil Meyer der Sitz der Kanzlei [heinker] rechtsanwälte